Park und Schloss Branitz im neuen Glanz – Parkbesichtigung 2024

Am 21. Mai 2024 war es wieder soweit. Der Park Branitz sowie der Ortsbeirat haben zur alljährlich beliebten Parkbesichtigung geladen. Nach kurzer Begrüßung durch unseren Ortsbeiratsvorsitzenden, Ulf Gereke, sowie einem musikalischen Auftakt durch unsere Jagdhornbläsergruppe, wurde die diesjährige Parkbesichtigung durch den Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Dr. Stefan Körner, angeführt.

Der vereinbarte Treffpunkt war Zaun des Anstoßes, und zwar am neuen Tor am Branitzer Torhaus. Dr. Stefan Körner berichtete uns, dass seit Beginn des Jahres entlang der Schmiedewiese und dem Dorf Branitz nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten die Zaunanlage auf einer Länge von über 580 Metern restauriert wird. Auch das Tor am Branitzer Torhaus wurde wiederhergestellt, als Vorbild diente eine Fotografie aus dem Jahre 1890. Gleichzeitig wird das sogenannte Parktor aus Eisenkunstguss mit dazugehörigem Brückenbauwerk an der Schmiede rekonstruiert – einstmals die prächtigste Toranlage im Branitzer Park. An der Entstehung des Tores plante und wirkte Fürst Pückler ab 1855 selbst wesentlich mit. Dafür ließ er eine veränderte Kopie eines alten, von ihm in Dresden gesehenen Tores für Branitz anfertigen und stimmte sich mit dem bekannten Architekten Ferdinand von Arnim ab. Das Tor wies ursprünglich Vergoldungen und eine blaue Farbfassung auf. 1945 wurde das Parktor zerstört, Überreste konnten 2023 bei Grabungen jedoch gesichert werden.

Weiterhin erfuhren wir, dass Fürst Pückler einst die Schmiedewiese mit der Parkschmiede ab 1846 als großartig inszeniertes Entree zum Innenpark anlegen lassen hatte. Östlich davor lag der Außenpark mit der Englischen Allee. Später wurde der Innenpark größtenteils mit einem Eisenzaun umgeben. Damit der Parkbereich, der nach 1945 stark vernachlässigt worden war, wieder seine gartenkünstlerische Bedeutung zurückerhält, werden die Tore und der Zaun zur Dorflage wiederhergestellt. Um den Anwohnerinnen und Anwohnern des Dorfes Branitz den Zugang zur Schmiedewiese weiterhin zu ermöglichen, entsteht an der Pücklerstraße ein neues Tor.

Auf der Grundlage einer denkmalpflegerischen Zielsetzung werden künftig auch die Wege im Bereich Schmiedewiese saniert und die vorhandenen tiefen Gräben in den historischen Zustand zurückversetzt und zurückgebaut.

Unser Rundgang führte weiter bis in das Branitzer Schloss hinein, wo wir das wiederhergestellte Branitzer Schlossinterieur bestaunen konnten. Das Vestibül mit der berühmten Ahnengalerie, das kleine Vestibül mit Waffengang und das Hauttreppenhaus mit der kostbaren Glasgemäldesammlung wurden in eineinhalbjähriger Projektzeit aufwendig restauriert. Wände, Farben, Stuck- und Holzflächen im großen Treppenhaus, dem Vestibül mit der Ahnengalerie und im Waffengang sind jetzt wieder so zu entdecken, wie Fürst Pückler sie seinerzeit gestalten ließ.

Dr. Stefan Körner, Vorstand der SFPM: „Was lange währt wird gut. Fürst Pückler hatte in 26 Jahren nach dem Einzug in Branitz seine farbenstrotzenden Interieurs geschaffen. Seine Nachfahren bewahrten die wesentlichen Elemente der Raumausstattung bis zum Zweiten Weltkrieg, erst danach wurden deren Möbel, Kunstwerke, Stoffe und Ausstattungsteile geraubt, ausgebaut, verstreut und deponiert. Als zur Vorbereitung des 200. Geburtstags des Fürsten, 1985, begonnen wurde, die Ausstattung der fürstlichen Zeit zu restaurieren, ahnte noch niemand, dass es vier Jahrzehnte dauern würde, bis die wichtigsten Repräsentationsräume wiederhergestellt wären. Es ist geschafft: Branitz hat wieder seinen großen Auftritt!“

 

Im Vestibül wurden die von Ferdinand von Arnim gestalteten Oberflächen gereinigt. Nun erstrahlt die berühmte Ahnengalerie der gräflichen Familien Callenberg und Pückler mit herausragenden Kunstwerken von Antoine Pesne und Jean-Étienne Liotard wieder.

Im kleinen Vestibül, dem sogenannten Waffengang, tragen die Wände wieder rund 80 Waffen aus der Sammlung der Grafen Pückler und Callenberg: Neben Jagdwaffen und Ehrendegen des 19. Jahrhunderts finden sich mittelalterliche und barocke Schwerter, Säbel, Hellebarden, Pistolen und sogar ein riesiger Zweihänder zum Wandschmuck arrangiert.

Das Highlight sind die Glasgemälde aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts, die nach intensiver Forschung und langer Restaurierung vor die beiden Hauptfenster des Treppenhauses zurückgekehrt und wieder zu bewundern sind.

Branitz ist damit wieder eines der vollständigen und eigenwilligsten Gesamtkunstwerke aus Architektur, Ausstattungskunst und den kulturhistorischen Sammlungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland.

Die jährliche Parkbesichtigung für uns Branitzer erfreut sich an zunehmender Beliebtheit und einer wachsenden Teilnehmerzahl. Wir haben wieder viel Neues entdeckt und gezeigt bekommen. Vielen Dank an die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz sowie an unseren Ortsbeirat für die Organisation.

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